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Vorgezogene Parlamentswahlen im Kosovo: Kein Ende der politischen Instabilität

02.06.2026 | 16:00–17:30 Uhr
Online
Expert:innengespräch

Experten analysieren die Situation im Kosovo

Am 7. Juni finden im Kosovo vorgezogene Parlamentswahlen statt – bereits zum zweiten Mal binnen eines Jahres. Während im Vorjahr die gescheiterte Wahl eines Ministerpräsidenten zur Auflösung des Parlaments und damit zu Neuwahlen im Dezember 2025 führte, musste das Abgeordnetenhaus diesmal aufgrund der gescheiterten Präsidentschaftswahl aufgelöst werden. 

Die sozialdemokratische Partei Vetëvendosje von Ministerpräsident Albin Kurti errang bei den vorgezogenen Parlamentswahlen am 28. Dezember 2025 eine klare Mehrheit und konnte eine stabile Regierung bilden. Allerdings verfügte die Regierungspartei nicht über die notwendige Mehrheit zur Wahl eines neuen Staatsoberhauptes. Die amtierende Präsidentin Vjosa Osmani wollte erneut kandidieren, genoss jedoch nicht mehr die Unterstützung Kurtis.

Nachdem das Parlament bis Ende März kein neues Staatsoberhaupt wählen konnte, löste Osmani das Parlament per Dekret auf, das jedoch vom Verfassungsgericht aufgehoben wurde. Auch die vom Verfassungsgericht gesetzte neue Frist zur Wahl eines Staatsoberhauptes verstrich erfolglos. Nach der kosovarischen Verfassung muss das Parlament aufgelöst werden, wenn kein Staatsoberhaupt gewählt wird – daher wurden vorgezogene Parlamentswahlen für den 7. Juni angesetzt. Osmani kandidiert nun gemeinsam mit der oppositionellen Demokratischen Liga des Kosovo (LDK). 

Selbst wenn Kurti die absolute Mehrheit erreichen sollte, wird er mit der Opposition zusammenarbeiten müssen – insbesondere in der Frage der Präsidentschaftswahl –, um das Land aus der seit mehr als einem Jahr andauernden politischen Krise zu führen. Die politische Instabilität im südosteuropäischen Staat könnte die Freigabe von EU-Fördergeldern weiter verzögern. 

Das Karl-Renner-Institut organisiert gemeinsam mit dem Institut für den Donauraum und Mitteleuropa (IDM) und dem Campus Tivoli am 2. Juni 2026 um 16:00 Uhr ein Online-Gespräch über die vorgezogenen Parlamentswahlen. Péter Techet spricht mit dem Historiker und Kosovo-Experten Konrad Clewing über die Gründe der „eingefrorenen“ Frontlinien in der kosovarischen Innenpolitik sowie mögliche Wege aus der politischen Krise.

Begrüßung 
Gerhard Marchl, Karl-Renner-Institut, Wien

Briefing
Péter Techet. Institut für den Donauraum und Mitteleuropa, Wien

Gespräch mit
Konrad Clewing, Institut für Ost- und Südosteuropaforschung, Universität Regensburg

Die Diskussion findet in Kooperation mit dem Institut für den Donauraum und Mitteleuropa und dem Campus Tivoli statt.

 

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