Expert:innen analysieren die Situation in Serbien
Am 25. Oktober finden in Serbien vorgezogene Parlamentswahlen statt.
Nachdem Aleksandar Vučić – aufgrund der verfassungsrechtlichen Begrenzung auf zwei Amtszeiten – nicht erneut für das Präsidentenamt kandidieren kann, führt er nun die Liste der Serbischen Fortschrittspartei (SNS) bei den Parlamentswahlen an und strebt das Amt des Ministerpräsidenten an.
Bei diesen Wahlen steht die SNS jedoch einer starken Gegenbewegung gegenüber. Die von Studierenden getragene Liste hat realistische Chancen, stärkste Kraft zu werden oder zumindest gemeinsam mit anderen Oppositionsparteien einen Regierungswechsel herbeizuführen. Die Bewegung entstand aus den Protesten nach dem Einsturz des Bahnhofsvordachs in Novi Sad im November 2024, bei dem 16 Menschen ums Leben kamen. Die Proteste weiteten sich zu einer landesweiten Bewegung gegen Korruption, staatliche Gewalt und die politische Dominanz der SNS aus.
Die Studierendenbewegung legt sich in vielen politischen und ideologischen Fragen nicht eindeutig fest; unter ihr gibt es auch nationalistische und EU-kritische Kräfte. Gleichzeitig treten weitere Listen aus dem Oppositionslager an – von pro-europäischen bis hin zu rechtsnationalistischen Parteien.
Unter Aleksandar Vučić hat sich Serbien in den vergangenen Jahren zunehmend autoritär entwickelt. Gleichzeitig bemüht sich das Land um die Fortsetzung des EU-Beitrittsprozesses, während es enge Beziehungen zu Russland und China unterhält.
Welche politischen Veränderungen könnten die Wahlen mit sich bringen? Welche Auswirkungen hätte ein Machtwechsel auf die geopolitische Situation im Westbalkan?
Die Veranstaltung wird auf YouTube und Zoom übertragen.
Begrüßung
Friedrich Faulhammer
Vorsitzender des Vorstandes, IDM, Wien
Briefing
Péter Techet
Wissenschaftlicher Mitarbeiter, IDM, Wien
Diskussion
Florian Bieber
Universitätsprofessor, Universität Graz
Aleksandra Tomanić
Präsidiumsmitglied der Südosteuropa-Gesellschaft, Belgrad
Adelheid Wölfl
Südosteuropa-Korrespondentin, Der Standard, Sarajevo
Moderation
Péter Techet
Wissenschaftlicher Mitarbeiter, IDM, Wien
Die Diskussion findet in Kooperation mit dem Institut für den Donauraum und Mitteleuropa und dem Campus Tivoli statt.
Projektleitung
Dr. Gerhard Marchl
Kontakt