Wie spaltet die Klimakrise unsere Gesellschaft – und auch uns selbst? Mit dieser Frage setzt sich der dänische Soziologe Nikolaj Schultz in seinem aktuellen Konzept der „Klimatischen Fragmentierungen“ auseinander. Er zeigt darin auf, wie uns die ökologische Krise auf zwei Ebenen zerreißt. Zum einen innerlich, da unser Alltag unweigerlich zur Umweltzerstörung beiträgt. Dadurch geraten wir in existenzielle moralische Dilemmata und sind paradoxerweise Täter und Opfer zugleich. Und gesellschaftlich, da neue „geo-soziale Klassenkämpfe“ entstehen. Diese Konflikte drehen sich um den Zugang zu bewohnbarem Raum sowie den Kampf zwischen Produktion (Wirtschaftswachstum) und Umweltschutz.
Anhand des Streits um eine Hafenerweiterung in seiner Heimatstadt Aarhus macht Schultz diese Risse greifbar.
Doch wie lässt sich diese soziologische Diagnose in eine sozial gerechte und ökologisch nachhaltige Politik übersetzen? Wie können wir eine Wirtschaft und eine Stadt aufbauen, die unsere Lebensgrundlagen schützen und gleichzeitig soziale Sicherheit und gute Arbeit garantieren? Und wie können wir sicherstellen, dass der Schutz vor den Folgen der Klimakrise kein Privileg weniger bleibt, sondern ein Recht für alle wird?
Begrüßung
Sascha Obrecht
Direktor des Karl-Renner-Instituts
Impulsvortrag: Climatic Fragmentations
Nikolaj Schultz
Soziologe und Assistenzprofessor für Sozialtheorie und ökologisches Denken an der Aarhus School of Architecture
Diskussion
Jürgen Czernohorszky
Amtsführender Stadtrat in Wien für Klima, Umwelt, Demokratie und Personal
Sigrid Stagl
Leiterin des Institute for Ecological Economics an der WU Wien, Wissenschaftlerin des Jahres 2024
Moderation
Sebastian Schublach
Bereichsleiter Internationale Politik am Karl-Renner-Institut
Nikolaj Schultz
Soziologe und Assistenzprofessor für Sozialtheorie und ökologisches Denken an der Aarhus School of Architecture, Forscher an der École Urbaine der Sciences Po in Paris. Seine Forschung konzentriert sich im Wesentlichen auf die Auswirkungen des Klimawandels auf die Sozialtheorie. Er ist Mitautor des Buches „On the Emergence of an Ecological Class“ zusammen mit Bruno Latour (Polity Books, 2022) und Autor von „Land Sickness“ (Polity Books, 2023)
Sigrid Stagl
Leiterin des Institute for Ecological Economics, Leiterin Kompetenzzentrum für Sustainability Transformation and Responsibility an der WU Wien und Research Group Leader am Institute for Ecological Economics. Wissenschaftlerin des Jahres 2024
Jürgen Czernohorszky
Amtsführender Stadtrat in Wien für Klima, Umwelt, Demokratie und Personal
Projektleitung
Mag. Sebastian Schublach
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